Verursacht Dämmung Schimmel? Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und das im energieZENTRUM beantworten die wichtigsten Fragen.
28.02.2019
Ich will doch keinen Schimmel im Haus – so lautet die weit verbreitete Meinung unter Hausbesitzern zum Thema Dämmung. Heinz Kastenholz, Energieberater der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und im energieZENTRUM, erklärt im Interview einige falsch verstandene Zusammenhänge rund um die Themen Schimmel, Raumklima und Wärmedämmung.

Fördert Wärmedämmung auf den Außenwänden die Schimmelbildung?
Ganz im Gegenteil: Eine Wärmedämmschicht, die von außen auf die Wände angebracht wird, führt dazu, dass die Oberfläche auf der Raumseite wärmer wird. Feuchte Stellen mit anschließender Schimmelbildung findet man bei schlecht gedämmten Altbauten meist auf den kältesten Stellen der Außenwände: Wandecken, Gebäudekanten, Sockelbereich oder Fensteröffnungen. Über Wärmebrücken fließt Wärme nach draußen ab - deshalb ist die Oberfläche auf der Raumseite besonders kalt. Kommt dann noch falsches Heizen und Lüften dazu, ist der Schaden vorprogrammiert. Eine Außenwanddämmung überdeckt diese Wärmebrücken, die innere Oberflächentemperatur steigt und Feuchtigkeit kann sich nicht mehr so schnell bilden.

Wie entsteht Schimmel in Wohnungen und Häusern?
Mit sinkender Temperatur kann die Luft deutlich weniger Wasserdampf aufnehmen: Es entstehen feuchte Oberflächen, die der Nährboden für Schimmel sind. Daher finden Schimmelpilze in gedämmten Häusern wesentlich seltener gute Wachstumsbedingungen vor.

Warum berichten viele Hausbesitzer und Mieter von Schimmel nach einer energetischen Sanierung des Hauses?
Mit einer energetischen Sanierung wird in der Regel der unkontrollierte Luftwechsel durch Undichtigkeiten im Dachbereich oder an Fensterfugen verringert. Daher muss der Nutzer umso mehr auf eine regelmäßige Frischluftzufuhr achten, um eine gute Luftqualität zu gewährleisten und Feuchteschäden zu ver-meiden.

Wenn sich Hausbesitzer für eine Dämmung entscheiden, müssen sie dann etwas an ihrem Wohnverhalten ändern um Schimmel zu verhindern?
Wichtig ist: Ausreichend und richtig lüften – zur Orientierung kann die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer gemessen werden. Räume in Gebäuden mit schlechtem Wärmeschutz werden oft überheizt, da kalte Oberflächen einen negativen Einfluss auf die Behaglichkeit haben. Nach dem Aufbringen einer Wärmedämmung muss der Raum aufgrund der warmen Wandflächen nicht mehr so stark beheizt werden um ein ausgeglichenes und behagliches Raumklima zu schaffen.

Was können Verbraucher tun, wenn der Schimmelschaden bereits da ist?
Ich empfehle Verbrauchern immer, vor einer professionellen Beseitigung den Schaden begutachten und vor allem die Ursache klären zu lassen. Anderenfalls ist die Gefahr hoch, dass der Schimmelpilz in kurzer Zeit wieder kommt.


Bei allen Fragen zur Wärmedämmung oder zum Erkennen und Vermeiden von Schimmelschäden hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg:  online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Termine können unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 809 802 400 oder direkt im energieZENTRUM unter 07904 – 945 99 13 vereinbart werden. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de.

energieZENTRUM Kuno-Haberkern Str. 7/1 74549 Wolpertshausen Tel. 07904 94599 - 10  Fax. 07904 94599 - 29  E-Mail: info@energie-zentrum.com

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